(GER) THEODOR BASTARD – Oikoumene CD

Das russische Projekt Theodor Bastard wird – soviel schon vorweg – auch mit ihrem neuen Album “Oikoumene” nicht jeden Hörernerv treffen, vereinen sie doch in ihren Songs Klangwelten, die unter die Rubrik Weltmusik gelistet werden und damit nicht nur ethnisch gefärbt sind, sondern auch orientalisch anmuten.

Diese Kombination mündet in ätherisch-atmosphärischen Songs, die insbesondere vom Gesang Yana Vevas und den begleitenden, permanent vorhandenen Percussions leben.

Das alles zusammengenommen muss man mögen, um mit vorliegender Scheibe warm zu werden.

Konnten Theodor Bastard mit ihrem Schaffen jedoch bereits die Heimat für sich begeistern, soll sich mit “Oikoumene” nun auch der Erfolg im Westen Europas einstellen.

Dazu beschränkt man sich auch nicht nur auf die bisherigen Markenzeichen des Projekts, wie die bereits erwähnte dominante Percussion und die mal gefühlvolle, mal ausdrucksstarke Stimme Vevas, sondern man fügt dem musikalischen Geschehen zusätzlich moderne Elemente bei. Das Ganze klingt dann immer noch traditionell, mystisch, ja geradezu spirituell und auch die orientalische Ausrichtung legt man nicht ab, trotzdem werden die multi-instrumental arrangierten Songs greifbarer und bewegen sich klanglich auf internationalem Niveau.

Erstaunlich, dass auf “Oikoumene” jedoch nahezu komplett auf elektronische Beigaben verzichtet wurde, hätten diese den Silberling – gerade für westliche Verhältnisse – doch vermutlich ein wenig zugänglicher gemacht.

So aber verharrt man zwölf Titel lang in sphärisch wirkenden Klanggefilden, die zwar für sich sprechen, allerdings mit hoher Wahrscheinlichkeit nur eine geringe Hörerschaft dazu bewegen werden, sich “Oikoumene” zuzulegen.

Zugutehalten muss man Theodor Bastard, dass sie ihren Hörern mit ihren Songs und deren Spielzeiten (teils bis zu knapp 8 Minuten lang) Zeit geben, in die gebotenen Klangwelten ab- bzw. einzutauchen und die jeweils mitschwingende Atmosphäre auf sich wirken zu lassen.

Dies ist beides auch dringend nötig, denn zum Nebenbeihören eignet sich “Oikoumene” nicht wirklich. Die Tracks wollen entdeckt, nachempfunden und geschätzt werden.

Umso überraschender, dass sich einige eingängige Melodien in die Titel verirrt haben und sie stellenweise sogar zum Tanzen animieren.

Theodor Bastard werden nicht jedem gefallen, und doch erschaffen sie Klänge, die den Hörer hypnotisch gefangen nehmen können, sofern man sich auf den Rundling “Oikoumene” einlässt. Sie verstehen ihr Handwerk also und wissen, was sie tun.

Phasenweise könnte das Album noch ein wenig abwechslungsreicher ausfallen, da reicht es auch nicht, wenn in “Farias” mal männlicher Gesang zum Einsatz kommt.

Empfehlungen gehen an diejenigen Hörer, die zur Flucht aus dem Alltag eine außergewöhnliche und orientalische Untermalung suchen. Vielleicht lässt es sich auch gut zu “Oikoumene” meditieren …

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